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Rundgang durch die Altstadt


Neulich trieb mich die Fotografierlust in das verschlafene Städtchen Zeitz. Warum genau, ich zu einer näheren Erkundung aufbrach, kann ich nicht mehr genau definieren. Jedenfalls war ich hier erstaunt, dass zwar unfassbar (!) viele alte und durchaus wunderschöne Villen, Fabriken und sonstige Gebäude dort herum stehen und zusehens verfallen, jedoch nirgends fast schon „klischeehafte“ Zeichen der typisch ostdeutschen Frustration zu sehen war. Die Menschen sind dort äußerst nett und ich versuchte hier, den Kontrastreichtum der Stadt mit meiner Linse einzufangen.

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Rund um die Michaeliskirche


Ein wenig Geschichte:
Die Kirche trägt den Namen „St. Michael“ und sie beeindruckt durch ihre romanische Doppelturmfront, wenn man als interessierter Besucher durch die Altstadt mit staundendem Blick wandert. Sie beherbergt „heute“ den Mittelpunkt des evangelischen Lebens der Stadt Zeitz.
Sie findet ihre urkundliche Ersterwähnung im Jahr 1154 und sie war seit dem 12. Jahrhundert die Pfarrkirche der Stadt. Im Ursprung war sie eine Basilika (romanisch) mit einem kreuzförmigen Grundriss. Im 13 Jahrhundert fand eine frühgotische und um das Jahr 1450 eine spätgotische Umgestaltung statt. Vom Originalbau sind nur noch die Mauerteile der Turmfront, im Chorraum, in den Vierungspfeilern und im Mittelschiff erhalten.
Um das Jahr 1520 wurde an der Südseite eine Vorhalle und neuem Eingangsportal erbaut. Freskenreste aus der Zeit sind noch im Netzgewölbe zu sehen. Die Türme erfuhren im 17. Jahrhundert eîne weitere Umgestaltung. Nach Brand im Südturm (1650) wurde der Nordturm auf Geheis des Herzogs Moritz abgetragen und 1670 durch den hohen Mittelturm mit zwei seitlichen und kleineren Türmen ersetzt.
Die Innenraumausstattung wurde im 19. Jahrhundert weitestgehend beseitigt und die Holzziegel des Daches durch Schieferplatten ausgetauscht. Weiterhin wurden der Nord- und Südseite des Daches jeweils zwei Zwerchgiebel im gotischen Stile hinzugefügt. Die bekannte Turmfront erhielt zwecks Stabilisierung an der West- und Südecke starke Stützpfeiler.
Leider konnte ich während des Besuches der Stadt das Innere dieser wunderschönen Kirche nicht besuchen. Vielleicht fahre ich die Tage noch einmal raus.

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